Gerate nicht in Panik!

Das eine Semester ist bald rum und langsam müssen sich die höheren Semester Gedanken über ihre Abschlussarbeiten im nächsten Semester machen. Doch was muss ich beachten und was hilft mir weiter? Diese Fragen haben wir unseren vier neuen Initialen-AutorInnen auch gestellt. Hier sind ihre besten Tipps für das Verfassen eurer Abschlussarbeiten:

  • Suche dir ein Thema aus, das dich interessiert und dir Spaß macht. Das gibt wertvolle Motivation. Außerdem ist es hilfreich, nicht einfach nur eine Abschlussarbeit zu schreiben, sondern einen echten Beitrag leisten zu wollen. So hat man den nötigen Schwung, mit den fordernden Momenten fertig zu werden.
  • Suche dir eine/n BetreuerIn mit der/dem du dich wohlfühlst und der/dem du offen gegenüber sein kannst.
  • Kümmere dich frühzeitig um spätere Korrekturleser, am Besten schon bei der Anmeldung und halte diese über deinen Zeitplan auf dem Laufenden. Mit ihnen solltest du am Besten auch einen früheren festen Korrektur-Termin ausmachen – das hilft, um sich zu zwingen früher fertig zu werden – und/oder besprechen, dass sie auch noch am Tag vor der Abgabe kurzfristig Zeit haben.
  • Recherchiere sorgfältig und verschaffe dir über alle wichtigen Werke einen intensiven Überblick, aber verliere dich am Anfang nicht zu sehr im Detail. Je näher du dem Hauptteil und dem Schluss deiner Arbeit kommst, desto intensiver steigst du in Details deines Themas ein – ganz automatisch.
  • Überprüfe regelmäßig, ob es neue Publikationen, Artikel, etc. zu deinem Thema gibt.
  • Zögere nicht zu lange mit dem Schreiben. Es ist schwer sich von der Vorstellung zu lösen, dass kleinere Fehler – konzeptioneller oder anderer Art – zu Beginn des Prozesses dich zu späteren Zeitpunkten vor größeren Probleme stellen könnten. Das führt dazu, dass man immer weiter Vorarbeiten leisten will und etwas zu lange mit dem Schreiben wartet. Es zeigt sich aber, dass auch ein noch nicht ganz zufriedenstellender Text bei der Bearbeitung viel Gelegenheit geben kann, die eigenen Überlegungen zu überprüfen.
  • Nutze das Betreuungsangebot, hol dir Rat und gib Probeseiten ab.
  • Rede regelmäßig mit anderen (Kommilitonen, Freunde, Familie) über die Abschlussarbeit, dass kann Knoten im Kopf lösen.
  • Jeden Literaturnachweis sofort sorgfältig in der geforderten Form notieren, auch wenn er letztendlich keine Anwendung findet. So spart man sich die Hektik in letzter Minute und bekommt einen Eindruck davon, bei welchem Thema noch mehr recherchiert werden könnte.
  • Lese immer mal wieder deine Einleitung durch, um zu kontrollieren, ob du noch deiner Fragestellung folgst oder ob diese noch aktuell ist.
  • Plane genug Zeit für die Kontrolle und Anpassung der Fußnoten ein – das dauert eine Ewigkeit.
  • Habe Spaß am Schreiben, nimm die Arbeit nicht allzu ernst und verliere den Ausgleich abseits des Schreibtischs nicht aus den Augen.
  • Und zum Schluss der wohl wichtigste Tipp: Gerate nicht in Panik!

Wer gerade vor der Bachelorarbeit steht, wird unsere älteren Beiträge rund um die Bachelorarbeit sicher hilfreich finden. Weitere Informationen findet ihr hier.

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Bald ist es soweit!

In genau einer Woche ist es soweit, die vier neuen Titel der Initialen-Reihe erscheinen!

Die Vorbereitungen für die offizielle Release-Party laufen auf Hochtouren. Es werden exklusive Einblicke in die Arbeiten und den Arbeitsprozess der AutorInnen sowie des Verlagslabors gegeben.

Natürlich ist mit kleinen Snacks und Getränken für das leibliche Wohl gesorgt.

Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen und stoßen gerne mit allen Anwesenden am Dienstag, den 06. Februar 2018 ab 18:30 Uhr im Philosophicum Raum P7 an.

Programm:

18:30 Uhr   Begrüßung und Vorstellung der Teams

INITIALE 35   Slow Reading

INITIALE 36   Modelle der Programmbildung

20:00 Uhr   Pause mit Buffet/ Zeit für Diskussion

INITIALE 37   Regenbogenfamilien im deutschsprachigen Bilderbuch

INITIALE 38   Das Buch als Heterotopie

21:15 Uhr   Ende der Veranstaltung/ Zeit für Diskussion

Wir freuen uns auf Sie!

Initialen #38

Mit ihrer Thesis „Das Buch als Heterotopie – Betrachtungen zur sozialen Dimension des Leseprozesses“ ist Denise Schneider als Initialen 38 die letzte Autorin in diesem Wintersemester.

Im Interview beantwortet sie Fragen zu ihrer Person und ihrer Arbeit:

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Mein Name ist Denise Schneider. 2010 habe ich mit dem Bachelor-Studium der Buchwissenschaft (Kernfach) und der Germanistik (Beifach) begonnen. 2014–2017 folgte das Master-Studium Buchwissenschaft. Seit Juni 2017 bin ich Volontärin im Projektmanagement bei Springer Gabler. Schon während des Studiums konnte ich erste Erfahrungen in der Buchbranche sammeln, zunächst zweieinhalb Jahre als studentische Aushilfe in einer Buchhandlung, anschließend für ein Jahr als Volontärin im Lektorat eines jungen Belletristik-Verlags. Arbeite ich nicht, dann lese ich (Überraschung!) und begeistere mich für Videospiele und Musik. Gelegentlich treffe ich mich sogar mit Menschen.

Wo liegt der Schwerpunkt und Forschungsinteresse deiner Arbeit?

Die Schwerpunkte meiner Arbeit liegen auf der Bestimmung eines Buchbegriffs und darauf aufbauend auf der räumlichen und sozialen Erlebnisdimension der Buchlektüre. Ich hatte bei der Konzeption und beim Schreiben der Arbeit vor allem ein Interesse daran, interdisziplinär zu arbeiten und dadurch Defizite der Buchbetrachtung seitens der Medienwissenschaft anzugehen. Hier behandelt man das Buch stiefmütterlich, wenn es denn überhaupt thematisiert wird. Darstellen wollte ich auch die immense Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns in Bezug auf Mediennutzung. Hier war es mir ein Anliegen neurologische, biologische und psychologische Perspektiven zusammenzuführen.

Wie bist du auf dein Thema gekommen?

Auf Umwegen. Ich habe zunächst Elisabeth Wehlings Band „Politisches Framing“ gelesen und anschließend Nadja Zabouras Abhandlung „Das empathische Gehirn“. Foucaults Text über Heterotopien hat mich seit einem Germanistik-Seminar über mehrere Hausarbeiten hinweg beschäftigt. Schließlich bin ich auf einen der zahlreichen Blogbeiträge gestoßen, in dem die Durchsetzung des E-Books bejubelt und das Verschwinden des gedruckten Buchs angekündigt wurde. Die Gegenargumente der Buchliebhaber wirkten mir vielfach zu schwach angesichts der geballten „Nützlichkeit“ des E-Books, in der ich seinen wesentlichen Vorzug sehe. Hier kam mir der Gedanke, dass die Perspektive auf das gedruckte Buch mithilfe von Wehling, Zaboura und Co. deutlich erweitert werden könnte.

Was möchtest du an deinem Thema herausstreichen?

Das Buch ist ganz klar kein Medium zweiter Klasse, wie es im Zusammenhang mit AV-Medien und hinsichtlich der Vermittlungsleistung oft suggeriert wird. Insbesondere die virtuelle Realität ist kein Phänomen, das erst mit audiovisuellen Medien aufgetreten ist. Buch und Leser – und davor Erzähler und Zuhörer – konnten schon lange zuvor veritables Andersweltempfinden erzeugen. Wichtig ist auch, dass das Eintauchen in die Medienwelt kein artifizielles geistiges Produkt der Mediennutzung ist, das den Rezipienten durch Eskapismus o. Ä. am Leben hindert. Vielmehr basiert räumliches und soziales Empfinden in der Medienwelt auf körperlichen und geistigen Prozessen, die auch im Alltag stattfinden, wodurch es im Grunde nicht weniger natürlich ist als eine gewöhnliche Gesprächssituation. Diese Perspektive hilft, von negativ wertenden Urteilen über die Mediennutzung abzurücken und sich den Beweggründen von Lesern und der geistigen und sozialen Wirkung von Lektüre unbefangen zu nähern.

Gab es Momente im Schreibprozess, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Der fortlaufende Selbstbetrug: „Das war jetzt das Schwierigste. Das nächste Kapitel schreibt sich viel leichter!“  Daneben aber auch das Gefühl, zunehmend besser mit schwieriger Materie zurechtzukommen und der Eindruck, sich über der Recherche und dem Schreiben tatsächlich weiterzuentwickeln. Außerdem war es schön, die geforderte Daten-CD diesmal nicht auf dem Weg zur Abgabe an der Bushaltestelle einkleben zu müssen.

Was hast du für weitere Pläne?

Zuerst einmal möchte ich mein Volontariat bei Springer Gabler gut abschließen. Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen. Klar ist mir derzeit nur, dass ich bei der Lektoratsarbeit im Verlag bleiben möchte, bevorzugt im Fach- und Sachbuchbereich.

Initialen #37

Judith Schumacher stellt mit ihrer Bachelorarbeit „Regenbogenfamilien im deutschprachigen Bilderbuch“ einen Überblick über Angebot und Rezeption dar.

Wir haben ihr einige Fragen zu ihrer Arbeit gestellt und wünschen euch viel Spaß beim Lesen.

Bewerbungsbild für Skype

Meine Name ist Judith Schumacher und ich bin 1993 in Kassel geboren. Nach dem Abitur habe ich zwei mehrmonatige Verlagspraktika in Göttingen (Steidl Verlag) und Berlin (Dietrich Reimer Verlag) absolviert. In meinem Berufswunsch bestärkt habe ich mich daraufhin für den Studiengang Buchwissenschaft mit dem Beifach Germanistik in Mainz entschieden.
Während des Studiums war ich ein Semester im Ausland (Book and Digital Media Studies in Leiden, Niederlande) und habe als studentische Hilfskraft einige Jahre die InDesign-Kurse am Institut geleitet.

Was ist der Schwerpunkt deiner Arbeit? Wo liegt dein Forschungsinteresse?

In meiner Arbeit untersuche ich das deutschsprachige Angebot von Bilderbüchern, in denen Regenbogenfamilien vorkommen, also Familien, in denen ein oder mehrere Elternteile in das LSBTI*-Spektrum fallen. In den meisten Fällen sind es Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern.
Mein Forschungsinteresse war eine Bestandsaufnahme: Wie viele Bilderbücher sind zu finden und seit wann gibt es sie? Wie ist das Verhältnis von Selbst- oder Kleinstverlagen zu den größeren, bekannten Verlagshäusern? Lässt sich erkennen, ob die Anzahl der Bücher mit Regenbogenfamilien zunimmt? Wie sprechen Autoren und Verleger, aber auch beispielsweise Rezensenten über die Titel? Und, besonders wichtig: Wie werden in den aufgefundenen Bilderbüchern die von der Norm abweichenden Charaktere dargestellt – eher stereotypisch, eher mehrdimensional, oder ganz vorbildlich?

Wie bist du auf dieses Thema gekommen?

Das Thema ist für mich von persönlichem Interesse – es war mir wichtig, für die Bachelorarbeit eine Fragestellung zu wählen, deren Antwort ich auch unabhängig von Noten und Credit Points wirklich wissen wollte.
Außerdem war eine Tagung zur Kinder- und Jugendbuchforschung, an der ich im Sommer 2016 teilgenommen habe, Anstoß für das konkrete Thema („Schöne Schwäne, wilde Kerle“ – ausgerichtet von der evangelischen Akademie Tutzing in Kooperation u.a. mit dem Institut für Jugendbuchforschung an der Goethe-Universität Frankfurt/Main und der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendmedienforschung an der Universität zu Köln). Anika Ullmann leitete dabei eine Arbeitsgruppe zum Thema „Familiensache – Queerness im Bilderbuch“.

Was ist dir wichtig an deinem Thema herauszustreichen?

Mich hat das allgemeine Interesse an meinem Forschungsthema sehr gefreut.
Eine Frage wurde mir immer wieder gestellt, wenn ich erzählt habe, worüber ich schreibe: Ob es solche Bilderbücher denn überhaupt gäbe? Ja, ich habe einige Titel gefunden – für den schnellen Überblick findet sich in der Arbeit sowohl eine Statistik der Bilderbücher nach Zeitpunkt der Veröffentlichung als auch im Anhang eine Auflistung der zum Zeitpunkt des Schreibens verfügbaren Titel. Aber wie von den Fragenden vermutet, sind zumindest im deutschsprachigen Bilderbuch (einen kleinen internationalen Vergleich habe ich eingearbeitet) Regenbogenfamilien noch nicht selbstverständlich. Viele der von mir gefundenen Bilderbücher werden wohl nur in Familien gelesen, in denen jemand aktiv nach ihnen sucht, und es existiert beispielsweise kein einziges Pappbilderbuch.

Herausstreichen möchte ich außerdem, dass meine Bachelorarbeit auch ohne buchwissenschaftlichen Hintergrund gut zu verstehen ist. Ich hoffe, dass sie auf interessierte Leser trifft, und kann mir gut vorstellen, dass diese auch außerhalb des „Forschungskosmos“ zu finden sind!

Gibt es Momente während des Schreibens, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind ?

Toll war die Unterstützung von Verlagen, die mir Bücher und später Abdruckrechte für die Buchcover zur Verfügung gestellt haben, und des Netzwerks QueerNet Rheinland-Pfalz e.V., das auch das Projekt des Kita-Koffers „Familien- und Lebensvielfalt“ betreut und mir einen dieser Koffer für meine Forschung auslieh. Für beides möchte ich mich hier noch einmal bedanken! Natürlich gab es auch anstrengende Phasen oder Momente, gerade gegen Ende der Bearbeitungszeit.

Was hast du für weitere Pläne?

Ich habe mich schon relativ bald im Bachelor dafür entschieden eher keinen Master anzuschließen. Am wohlsten fühle ich mich in der Bücher produzierenden Praxis, sowohl auf der Ebene der Herstellung und Gestaltung als auch Inhaltlich, im Bereich Redaktion bzw. Lektorat. Hier interessiert mich besonders das Kinder- und Jugendbuch. Im Herbst/Winter 2017 war ich deswegen Praktikantin in der Redaktion des Magellan Verlags, einem 2013 neu gegründeten Kinder- und Jugendbuchverlag mit Sitz in Bamberg. Anfang Februar 2018 beginne ich ein Volontariat in der Redaktion des Loewe Verlags. Außerdem nehme ich seit Herbst 2017 am zweijährigen STUBE-Fernkurs für Kinder- und Jugendliteratur teil.

Initialen #36

Kris Lehmann beschäftigt sich in seiner Masterarbeit „Modelle der Programmbildung – Ansätze zur Organisationstheorie des Verlags“ damit, welche Faktoren die Programmentwicklung im Verlag beeinflussen und steuern.

Hier erfahrt ihr mehr über ihn und die Initialen Nummer 36:

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Mein Name ist Kris Lehmann. Ich habe Buchwissenschaft, Philosophie, Germanistik und Geschichte in Karlsruhe und Mainz studiert und mein Studium kürzlich mit dem Master of Arts abgeschlossen. Schon während des Studiums habe ich eine Aushilfstätigkeit bei Springer VS in Wiesbaden begonnen, wo ich auch nach wie vor arbeite und Aufgaben im Projektmanagement und Copy-Edit wahrnehme.

Wo liegt der Schwerpunkt und das Forschungsinteresse deiner Arbeit?

Zunächst spielt natürlich der Begriff Programm – und wie diesem als Sinndispositiv in Bezug auf Verlage bestimmte Eigenschaften zukommen – die exponierteste inhaltliche Rolle in meiner Arbeit. Es erschien mir dabei sehr interessant, einen häufig in der Buchwissenschaft verwendeten Begriff, der nur unzureichend definiert scheint, mit einem neuen Methodenset anzugehen, um die gängigen Annahmen des Faches einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Das ergab sich auch im Austausch mit dem zweiten Schwerpunkt des Textes: der soziologischen Systemtheorie, die ich als spezifisches theoretisches Fundament für die Analyse kommunikativer Vorgänge, in einer durch eben diese Kommunikation konstituierten Organisation genutzt habe.

Wie bist du auf dein Thema gekommen?

Nachdem ich meine Bachelorarbeit bei Dr. David Oels geschrieben hatte – über zwei der bestehenden Versuche verschiedene systemtheoretische Konzepte in die Buchwissenschaft zu integrieren – habe ich mich weiter mit den Möglichkeiten beschäftigt, die derartige Theoriegebäude der Buchwissenschaft bieten. Insbesondere das autopoietische und differenztheoretische Konzept sozialer Systeme Niklas Luhmanns hat mich angesprochen, welches ich dann auch gerne für meine Masterarbeit in einer buchwissenschaftlichen Anwendung behandeln wollte. Zusammen mit Prof. Dr. Christoph Bläsi konnten einige Themenfelder identifiziert werden, in denen eine Anwendung der Systemtheorie sinnvoll erschien. Eine organisationstheoretische Untersuchung eines einzelnen Aspektes des Verlags bot sich für eine handhabbare Eingrenzung des Themas an.

Was möchtest du an deinem Thema herausstreichen?

Dass mein Ansatz nicht die Systemtheorie als Großtheorie im alten Stil disruptiv einsetzt, um wie auch immer geartete, neue Erkenntnisse zu erzeugen, sondern lediglich eine Reflektion oder Reperspektivierung zumeist üblicher – und im Fach zum größten Teil geläufiger – Konzepte mit anderen Mitteln ist. Das Verlagsprogramm stellte sich dabei als wesentlich vielfältiger und dadurch auch als komplexer heraus, als es eine Definition im Sinne eines Veröffentlichungskatalogs oder Ähnliches vermuten ließe. Es hat zum Beispiel einen entscheidenden Anteil an der Bildung einer Verlagsidentität – sowohl in der Beobachtung des Verlags von außen, als auch für die Verlagsmitglieder selber. Man findet diesen Aspekte der Identifikation des Verlagsprogramms in der Buchwissenschaft oft wiederholt, jedoch ohne dass eine eingehendere Erklärung der Gründe angeboten wird. Ein Ziel meiner Masterarbeit war es, eine solche detailliertere Ergründung mittels eines theoretischen Überbaus exemplarisch darzulegen.

Gab es einen Moment im Schreibprozess, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Tatsächlich sind mir nur wenige bestimmte Momente von der eigentlichen Niederschrift der Arbeit im Gedächtnis geblieben und dafür vermehrt die vorausgehende Zeit, in der ich mich oft selbst davon überzeugen musste, dass mein Arbeitskonzept in einen brauchbaren Text münden würde. Sobald ich mich auf das eigentliche Schreiben konzentrieren konnte, blieb wenig Gelegenheit zur beobachtenden Introspektive und die Beschäftigung mit den Inhalten hat die meisten Zweifel nach und nach überlagert. Glücklicherweise habe ich viel Aufmunterung aus meiner Umgebung erfahren, was mir eine große Hilfe war, meinen anfänglichen Pessimismus gegenüber dem Anfertigen einer Abschlussarbeit zu überwinden.

Was hast du für weitere Pläne?

Ich befinde mich in der Vorbereitung für ein Promotionsprojekt, das ich in absehbarer Zeit anzumelden hoffe. Mein dazu angedachtes Thema hat sich als eine Weiterentwicklung aus meiner Masterarbeit ergeben und soll sich, wenn möglich, nicht nur auf theoretische Überlegungen, sondern auch auf empirisches Material stützen.